Konstanze Helber schilderte den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen eindrucksvoll das Unrecht, das sie in der DDR erlebt hatte. Nachdem zwei ihrer Ausreiseanträge abgelehnt worden waren, entschloss sie sich schließlich zur Flucht aus der DDR. Ausschlaggebend dafür war auch, dass sie sich während einer Reise nach Bulgarien in einen Westdeutschen verliebt hatte, mit dem sie inzwischen seit 46 Jahren verheiratet ist. Ihr heutiger Ehemann plante die Flucht über eine westdeutsche Agentur. Der Fluchtversuch misslang jedoch. 1977 wurde sie wegen versuchter Republikflucht verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Ihre Strafe verbüßte sie im Frauengefängnis Hoheneck, wo sie Entwürdigungen und Zwangsarbeit ausgesetzt war. Zwei Jahre später, im Jahr 1979, wurde sie von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft und kam vom „Tatort der Unmenschlichkeit“ in den Westen.

Über viele Jahre sprach sie nicht über diese Erfahrungen und verdrängte ihre Vergangenheit für etwa 25 Jahre. Heute ist es ihr sehr wichtig, über das erlittene Unrecht zu berichten, um zu verhindern, dass die Verbrechen der DDR in Vergessenheit geraten.

Nach ihrem Vortrag beantwortete Frau Helber ausführlich die Fragen der Schülerinnen und Schüler zu ihrem Leben in der DDR. Die Frage, ob sie wieder so handeln würde, beantwortete sie mit einem eindeutigen Ja. In diesem Land zu bleiben, wäre für sie keine Option gewesen.

Auch durch ihr langjähriges Engagement wurde das ehemalige Frauengefängnis Hoheneck im Juli 2024 – wie sie selbst sagt „nach langem Kampf“ – in eine Gedenkstätte umgewandelt.

 

 

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